60L für Artemia

  • Moin!
    Ich möchte hier Artemia halten in einem 60L Becken. Habe nur noch nie "mit Salzwasser gemacht" vorher ;-)
    Das Becken ist von den Nitrat & Nitritwerten her eingelaufen, alles per Tröpfchentest gecheckt.
    Es läuft ein Wasserfilter, der ordentlich sprudelt, um die dicke Kahmhaut aufzubrechen.
    Der Salzgehalt betrug bislang 35g/L habe jetzt aber auf ca 30g/L verdünnt.
    Beleuchtet wird mit einer Standard-15W-Leuchtröhre für Algenwachstum.


    Sobald die Artemia Eier bzw Nauplien da rein kommen, wird der Filter ausgeschaltet, würde die armen Tierchen ja einsaugen.


    Dann sollen sie da drin wachsen und an die Fische verfüttert werden.


    Vor 3 Wochen habe ich ein paar Eier reingeworfen, eine Menge sind geschlüpft, aber alle schnell gestorben. Sie strampelten in hoher Dichte direkt unter der Kahmhaut, unter der Lampe, da wo es am wärmsten ist.
    Nach 3-4 Tagen waren se alle dot. Oder es ist denen zu kühl, das Becken hat nur 21°C, ist bislang unbeheizt. Ich habe aber bislang auch bei 21 Grad Artemia gehalten, das kann nicht so dermaßen tödlich sein. Da hat nicht ein Tierchen überlebt....
    Sauerstoffmagel??? Sind keine Pflanzen im Wasser, Algen nur minimal. Algen auf Steinen und Grund wachsen fast gar nicht. Ich habe das Becken mit Ostseewasser "beimpft".
    Das Becken hat einen richtigen Grund mit Steinchen und ein wenig Erde.


    Das Wasser ist noch nie richtig klar geworden, so wie das Süßwasserbecken....Es läuft nun schon seit 8 Wochen ein... Werte NO2 und NO3 sind beide OK. Nitritpeak gab es, ja.


    Wahrscheinlich werde ich noch sowas wie einen Luftheber brauchen, oder? Wenn das Wasser nicht bewegt wird, bilden sich gerne verschiedene Schichten im Wasser, das kann nicht gut sein *seufz*.


    Ich hole mal ein paar Pflanzen aus der Ostsee und versuche sie ans Becken zu gewöhnen, paar Schnecken aus Eckernförde nehme ich auch mit.


    Letztlich möchte ich eine Art Salz-Altwasserbecken etablieren, in dem nebenbei ein paar Artemia gezogen werden, ich plane kein Salzwasserbecken in dem Sinne, sondern ein Biotop für Artemia, das keine Arbeit macht *lach*. Deswegen Altwasserbecken ;-)


    Dank für jeden Heinweis :-)

  • Hallo Hennig
    Du mußt die Tierchen auch füttern. Das Zeugs nennt sich " Liquifry" meine ich. Tröpfchenweise in Becken geben. Nen einfachen Luftheber aus Glas kannst Du von mir bekommen. Der ist einfach zu reinigen im Zweifelsfalle. Mit der Temperatur würde ich auf mindestens 26°C gehen. Ansonsten bekommst Du sicher n paar gute Tips vom Aquarium Kiel. Die haben dort auch manchmal Artemiakulturen laufen.
    Gruß
    Sven

  • Moin Henning,


    Erbrütet werden Artemien normalerweise nicht in dem Becken, in dem sie aufgezogen werden. In dem Brutwasser und vor allem an den Schalen der Eier befinden sich jede Menge pathogener Keime wie Vibrio. Die willst du aber nicht züchten, bzw im Becken haben. Also: in ner Blubberflasche ausbrüten und unter fließend Wasser auswaschen. Erst dann die Nauplien ins Auzuchtbecken geben. Als Futter eignet sich in erster Linie Phytoplankton. Aufgrund der Nährstoffverteilung in den Mikroalgen brauchst du mind. 2 verschiedene Algen wie Nannocloropsis und Isocrysis. Nu willst ja nicht nur ne Knusperhülle verfüttern, da sollen ja auch Nährstoffe drinn sein. Alternativ kannst du auch mit Inve Sparkle füttern, Spirulinapulver funktioniert mehr schlecht als recht. Nanochloropsis kannst von mir bekommen, evtl auch Tetraselmis chui und Syneccococus. Das Phytoplankton hat nen weiteren entscheidenden Vorteil: es entzieht dem Aufzuchtwasser NO3 und PO4, trägt also unmittelbar zur Wassweverbesserung bei. Bei guter Fütterung pflanzen die Artemien sich selber fort.


    Achso: Wasserbewegung erfolgt nur mittels eines 5mm Luftrohr in einer Ecke des Beckens.

  • Moin Laser!
    Dank erstmal für Deine ausführliche Antwort!
    Ja, die Eier habe ich nicht separiert, sondern mit ins Becken geworfen. Mehr als eine Messerspitze Eier waren es aber nicht, habe da also nicht 2-3 Teelöffel reingetan.


    Ich habe da jetzt einen Filter verwendet, der innen ein Luftheber ist, siehe Bild. 60 Liter Artemia
    Ob dieser kleine "Bio-Reaktor" das Nitrit im Griff hat, wird sich erst noch herausstellen, aber bin da guter Dinge, da ich nicht viel füttern werde. Ich möchte schon erreichen, daß das Becken langfristig stabil bleibt, ohne einen Filter/Bio-Reaktor komme ich da nicht aus.


    Die Trübung wird immer "schlimmer", es wird immer grüner, das finde ich GUT.
    Denn das ist das von Dir erwähnte Phytoplankton. Da ich das Becken mit Eckernförder Ostseewasser beimpft habe, sollten da auch verschiedene Sorten Algen drin sein, denke ich.
    Durch das Einsprudeln kommt ja auch CO2 ins Wasser, was den Algen gut tut. Um Sauerstoff brauche ich mir bei einer grünen Trübung wohl keine Sorgen machen.


    Die Krebschen sind jetzt etwa eine Woche alt und wachsen noch gut, sind sehr agil und flitzen munter durch das Becken.
    Habe es zum Schlupf auf 28°C hochgestellt, werde ich aber wieder auf 22°C runterschrauben


    Ziel der ganzen Aktion soll ein weitgehend autarkes Becken sein, in das ich kaum füttern will. Das wird sich aber einspielen und zeigen, im Laufe der Monate.


    Bis denne und Dank für das Angebot an Algen, da komme ich evtl mal drauf zurück!

  • Durch das Einsprudeln kommt ja auch CO2 ins Wasser,


    öööh...neeee, das ist falsch. :primus: ;)


    Ich hab übrigens immer das beste grüne Wasser bekommen, wenn ich ein Behälter auf der Fensterbank stehen hatte. Hab auf diese Weise auch schon Artemien ohne zusätzliches Füttern oder so sehr lang am Leben erhalten und die haben auch angefangen sich zu vermehren.


    Ich denk mal echtes Licht von draußen hilft sehr gut.


    Bettina

  • Hoi Bettina,
    long time no see ;-)
    Ja mit dem CO2 Ding kamen mir dann auch Bedenken, nachdem ich den Post abgeschickt hatte *lach*. CO2 wird eher ausgewaschen, als reingebracht, oder?
    Ich habe hier noch eine selbstgebaute CO2-Anlage (mit Hefe und Zucker und so) aber ich wollte den Technik-Kram nicht forcieren.


    Aber diesen Sprudelfilter brauche ich, um eine minimale Wasserbewegung hinzubekommen. Ganz ohne Bewegung geht es in meinem Salzbecken nicht....
    Klar, eine Fensterbankposition (am Besten Süd) wäre ideal, geht hier aber nicht. Muß mit Kunstlicht arbeiten.


    Beste Grüße!

  • Update.


    Das Becken läuft immer noch, es sind immer Artemien drin, vermehren sich aber nicht so stark, daß ich davon viel "ernten" kann.... ich füttere sie bislang auch nicht zu, sie leben von den Algen, die drin sind.
    Die gesamten Oberflächen einschließlich der Rückseite sind mit einem dicken Algenteppich bewachsen und Nahrung der Krebschen.
    Nitrit/Nitratwerte sind gut und stabil (klar, ich schmeiss ja auch fast nix ins Becken ;-))


    Ich möchte nur irgendein Gewächs drin haben. Oder ne Schnecke....
    Aber an Kraut geht wohl nur Rotalge, alles andere geht kaputt lese ich so....
    Alle Schnecken aus Nord- und Ostsee, die ich da reingetan habe, sind sofort verendet, auch nach sehr langsamer Umgewöhnung. Auch alles Grünzeug ging hinüber....


    Die Nordsee hat eine Salinität von 3,5, ähnlich wie im Becken.... Wieso geht alles tot???


    Garnelen??? Nordseegarnelen??? Gehen auch kaputt, oder??