Warum man bei Kinderspielsand aufpassen sollte.

  • Moin,


    wir hatten aus einem Praktikum noch ein leeres 54l Becken im Institut stehen und da haben ein paar Hobbyaquaristiker aus rum fliegenden Dingen eine schöne Landschaft modeliert.


    Sie kombinierten Lavamulch, den ich noch von meinem 30l Büro Würfel über hatte mit Kinderspielsand, den ein ehemaliger Kollege zum testen seiner Laufroboter auf verschiedenen Untergründen benutzt hatte.


    Neben den vielen Kieselalgen durch das schöne Lübecker Leitungswasser starben uns nach 3 Wöchiger Einlaufzeit die Testgarnelen sowie TDS, Blasenschnecken und 2 Rennschnecken, welche bei mir sogar msl 3 Tage ohne Wasser auf dem Fußboden überlebten.


    Um abzuklären woran es nun liegt (Gift im Kinderspielsand oder Metalleinlagerungen im Lavamulch war mein Verdacht) führten wir am Freitag einen Versuch mit 2x3 Testgarnelen durch. (Klingt grausam, aber durch das Ergebnis hat das Sterben jetzt ein Ende!)


    Nach wenigen Stunden verendete die erste Garnele im Sand. Am Freitag waren dann alle 3 Garnelen hinüber und die 3 Garnelen im Lavamulch erfreuen sich heute immer noch bester Gesundheit.


    Der Sand ist http://www.quarzwerke.at/datenblaetter/Kinderspielsand_Natur.pdf und wenn man sich das Kleingedruckte auf der Rückseite ansieht, steht da auch der Hinweis "Hunde- und Katzenabweisend".


    Fazit: Wenn man auf unbekannten Bodengrund zurückgreifen möchte kann es nicht schaden etwas davon in eine Schale zu tun (vorher nicht waschen, sonst verdünnt man für den Versuch die möglichen Toxine) und einen Test durch zu führen, bevor man seinen ganzen Bestand gefährdet.


    Ich habe hierfür Garnelen verwendet, weil sie relativ anfällig gegen Metalle (z.B. Kupfer) sind und sich massiv vermehren. Es geht auch mit Schnecken, welche jedoch resistenter sind oder Fischen. Zeigen die Tiere keine Reaktion nach ein paar Tagen würde ich den Bedengrund waschen (das reduziert nochmals mögliche Toxine) und dann als Sicher erachten.


    Viele Grüße


    Alex

  • Hallo Alex, ich danke für die Aufklärung, zumal ich auf Anraten eines Experten den Flußsand verworfen und dafür auf Spielsand umgerüstet habe.
    22 Fische habe ich seit April diesen Jahres verloren, was durchaus im Zusammenhang mit dem Sand stehen könnte.


    Könnte wäre mir vor meinen Erkrankungen keine akzeptable Aussage gewesen. Nun greife ich zu tröstende Ausreden.
    Mein Sandanteil ist in den Becken max. 20% ( Futterplatz der Corrys ).
    Dieser Sand wird vertrieben von made for ZEUS GmbH, Soltau. und ob diese Fa. nun aus Östereich importiert?


    In meinem Fall bin ich aber davon (fast) überzeugt, dass der Grund Vergiftungen durch die unsauberen Abgase des Kohlekraftwerkes in Wedel ursächlich sind.
    Meine 50% Regenwasser reduziere ich jetzt langsam auf 100% Itzehoer LW ( Bereich Kleine Tonkuhle) welches nur bedingt zur Aquaristik geeignet ist.


    Ob diese Entscheidung nun grausam gegenüber den Tieren ist? Uns, der Bevölkerung wird es jedenfalls als unbedenklich zum Verzehr angeboten.


    Es grüßt Eberhard ratlos am :pc1: