Baubericht Holzaquarium 460l

  • Moinsen,


    ich frage mal in die Runde ob es euch interessiert wie ich mein HAQ realisiert / gebaut habe? Wenn ja, da würde ich nämlich in diesem Trööt eine Baudoku mit viel Text und Bildern einstellen.


    Grunddaten: HAQ, Material Holz+Styrodur, Impermax, etc, 160x60x50cm Innenmaße, Außenmaße +8cm. Es handelt sich also nicht um ein Standard-Holz-AQ, sondern ist mal wieder was anderes vom Aufbau her. So wie man es von mir erwarten darf. Steht jetzt seit etwa 0.5 Jahr im Wohnzimmer, dicht, und keinerlei Probleme bislang. Last mal hören ob ihr mehr darüber lesen möchtet, dann mach' ich mal 'ne Story draus :D

    MFG, Volkmar

    ALLES FÜRS AQUARIUM! ALLES FÜR DEN FISCH!

    Möge das Wasser mit Dir sein!

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  • Na klar, her damit.
    Du hast einen angenehmen Schreibstil der für mich angenehm und verständlich zu lesen ist.


    Mich interessiert die Bodendruck Berechnung und das Klebematerial besonders.


    Übrigens deine LED Thematik auf neuesten Stand natürlich auch noch.


    Also: "Frisch Gesellen seid zur Hand ......"


    Gruß Eberhard

  • Moinsen,


    naaaa gut, dann werde ich mich mal an den Text wagen. Ich könnte jetzt zwar bequem auf zwei andere Foren verlinken in denen der Baubericht komplett hinterlegt ist, aber damit ihr da Fotos seht müßtet ihr euch da regestrieren. Das will ich euch dann mal ersparen und werde aus meiner Erinnerung (sofern noch vorhanden) den Ablauf und die Planung, sowie meine Hintergedanken mit euch teilen. Dann will ich mal....


    1) Planung: Wie einige von euch wissen will ich ja schon seeeehhhhhrrrr lange ein HAQ (Holzaquarium) bauen und nutzen. Diese Idee war irgendwie Fix. Nach diversen Versuchen und Fehlschlägen (ordentlich Geld verbraten), bin ich dann aber bei meinem alten Glaskasten 150x50x50 gelandet, auch weil meine Frau vehement ein Veto gegen weitere Basteleien einlegte. Aber ich wäre nicht ich wenn ich mich von diesem Projekt verabschieden würde. Einmal Blut geleckt, etc....
    Durch einen glücklichen Umstand kam es dazu das ich ca. 300 Euro zur freien Verfügung hatte, sodas ich also mit meiner Spinnerei nicht die Haushaltskasse belasten mußte. Als das Geld da war war mir sofort klar was ich damit bauen wollte: ein HAQ. Dazu endlich in meiner Wunschgröße (naja, eigentlich eher die max. Größe die meine Frau genehmigte ohne Amok zu laufen). So waren dann 160x60x50cm in Planung. Eigentlich wollte ich auf 60er Höhe gehen, aber die hier lagernde Scheibe hatte nur 50er Höhe, und 10cm nur durch Leisten auszugleichen fand ich dann doch Käse. Außerdem wirds dann schon, selbst für mich, schwierig bei diesen Maßen noch hinten an die Rückwand zu kommen.


    Verrückte Idee:
    Wie schon erwähnt, und von mir auch bekannt, neige ich gerne dazu mal was auszuprobieren was andere bislang noch nicht so gebaut haben, bzw. sich vielleicht nicht getraut hätten. Mir ging eines Tages, beim basteln mit Styrodur (einer meiner Lieblingsbaustoffe :D ) folgendes durch mein Brain:
    Styro in 3 cm dicke ist ziemlich schwer durchzubrechen. Es biegt sich zwar, ist somit flexibel, läßt sich aber wirklich schwer brechen, selbst als größere Platte. Das war der Auslöser für folgenden Plan: Sandwichbauweise aus Holzplatten und Styrodur. Hingesetzt und drüber nachgedacht wie man unter diesen Vorraussetzungen ein HAQ realisiert. Der große Vorteil bei der Sache ist ja der das ich wieder mal 30 Klappen mit einer Fliege trete. Gewicht ist sehr gering, der Preis ist unschlagbar günstig, die Verarbeitung des Materials ist easy as whatever, das Thema Wärmeisolierung ist auch gleich vom Tisch, und die Haltbarkeit....??? Das war dann halt die große Frage. Da ich mir hier Unsicher war wählte ich lieber die dickste Stärke des Styrodurs aus. Damit war dann auch gleich die Stärke / DIcke des Rahmens definiert. Aber dazu gleich mehr.


    Damit das ganze auch einigermaßen Hand und Fuß bekam mußte ja auch eine Räumlichkeit her in der ich werkeln konnte. Dazu gehört eben auch ein Stromanschluß, und ein Wasserabfluss, falls das ganze daneben gehen sollte. Welch glückliche Fügung das genau solch ein Raum im Keller unseres Häuserblocks exestiert. Sogar noch besser wie der in unserer alten Heimstatt. Ein nicht genutzter, ehemaliger Waschkeller, ca. 30qm groß, also Platz genug um sich auszu toben. Der einzige Nachteil: die Wasserleitungen waren abgedreht, aber Strom war vorhanden, und auch Licht. Seeeehhhhrrr gut, das. Meine alten Metallböcke hatte ich noch, Sackkarre war auch wieder repariert, Säge, Hammer, Schraubenz...dreher, und Teppichmesser, sowie die obligatorische Silikonpistole, und anderes Werkzeugs war auch schon vorhanden und einsatzbereit. Was also fehlte war eigentlich nur das Material.
    Also haste was, kannste was, ab in den Baumarkt und erstmal alles durch gerechnet was ich den so benötigte. Das alleine brauchte meine Birne schon zum rauchen, da ich an Dyskalkulie leide (Rechenschwäche, kein Scherz, das gibts). Aber wozu hat men dann schließlich Taschenrechner, näh?
    Nachdem diese Hürde dann genommen, ward dann das Material geköfft und nach Hause geschleppt. Und nun werde ich euch dann mal die ersten Bilderchens präsentieren, damit ihr mir hier nicht einschlaft :applaus: :
    Der Meister der verrückten Konstruktionen: Me, Myself & I
    Der Ort der Tat, die eine Hälfte
    Der Ort der Tat, die andere Hälfte, schon bahnt sich Arbeit an
    Der Ort der Tat , der Mittelpunkt des Geschehens


    Wie ihr aus Bild 3 entnehmen könnt, mußte die ganze Sache damit beginnen, die alte Scheibe vom ersten Versuch ersteinmal von ihren noch vorhandenen Silikonresten zu befreien, und so zu säubern das neue Silikon später drauf hält. Wer das schon mal gemacht hat weiß was das für eine Sch...arbeit ist. Hinzu kommt das ich die Scheibe vorsichtig wie ein rohes Ei behandeln mußte damit nicht noch mehr Kratzer drauf kommen, denn leider hat sie doch durch die Lagerung, den Umzug, etc. etwas gelitten, ist also nicht mehr ganz kratzerfrei gewesen. Das sah dann so aus:


    Vorbereitende Maßnahmen für die Glasscheibe
    Am säubern und kratzen


    Was für eine Plackerei. Aber ich mir dann ein paar Tage später meinen treuen Drahtesel gesattelt, und zum Baumarkt meines Mißtrauens gerudelt, Sachen gekauft, und das sah dann so aus:





    Zurück mußte ich schieben, es fing dann antürlich auch noch das regnen an sodas ich Gas geben mußte damit das Holz nicht zuviel Nässe aufnahm. Zum Glück sind es zum Baumarkt per Pedes grade mal 2 Kilometers, also auch für mich fußkranken Lahmar... eine noch zu bewäligende Entfernung. Zudem: für dieses Projekt wäre ich sogar auf dem Zahnfleisch dorthin gekrochen (Sturheit siegt).


    Soweit die Vorbereitungen und diese ist dann Teil 1


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    MFG, Volkmar

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  • Und weiter gehts:


    Anmerkung zum Raum: eigentlich ideal nutzbar als Fischkeller. Nur die Fenster müßten besser isoliert werden. Der Raum ist allerdingens im Winter recht kühl, so um die 16°. Da wären die Kosten durch Heizstäbe im AQ wahrscheinlich ziemlich hoch.


    Anmerkung zum Materialstapel: sieht nicht so aus als ob daraus ein AQ entstehen könnte, nicht wahr?


    Guddi, also denne:


    Aufbau und Konstruktion:
    Die Grundidee des Aufbaus / der Konstruktion ist eigentlich recht simpel: eine Rahmenkonstruktion aus Holzleisten, deren Innenbereich mit Styrodurplatten ausgelegt ist. Auf beiden Seiten eines Bauteils jeweil 3mm MDF-Platten befestigt (wie man sie von Schrank-Rückwänden kennt).


    Materialien:
    30mm dickes Styrodur (Platten zu 1250mm x 600mm)
    Holzleisten (Querschnitt 500mm x 300mm, passend zur Styrodicke)
    MDF-Platten, da weiß ich die Maße aber nicht mehr so genau. Auf jeden Fall 3mm stark (schon grenzwertig)
    MDF-Platte in 19mm Stärke als Bodenplatte
    Jede Menge Schrauben (Spax, normal, kein Edelstahl, da kein Kontakt mit Feuchtigkeit vorhanden)
    Jede Menge Spachtelmasse (wegen der Bohrlöcher)
    Jede Menge Kleber & Holzleim (verkleben der Leisten und des Styrodurs)
    Jede Menge Impermax (Beschichtung der Holzplatten gegen Feuchtigkeit)
    Jede Menge Sikaflex 221i (anstelle von AQ-Silikon, billiger & besser als dieses, da überstreichbar und klebt auch wesentlich besser auf Glas)
    Jede Menge Farbe & Rollen (fürs letztendliche Finish)
    Einige Bohrer in verschiedenen Größen
    Ein paar Senkbohrer
    Jede Menge an Pinseln
    Jede Menge an Cutterklingen (die breiten, nicht die schmalen)


    So ausgestattet ging es dann daran die einzelnen Bauteile zusammen zufügen. Ich fing mit den Seitenteilen an. Was ich noch dazu sagen muß: ich hatte mir im Baumarkt die Teile maßgerecht zurecht sägen lassen, da ich mit meiner alten Stichelsäge mit Sicherheit keine so graden Schnitte hinbekommen hätte.


    Das sah dann aus wie folgt:
    Erstmal alles zusammen legen
    Das ganze dann Stück für Stück verleimen
    Danach das Teil (hier Seitenwand) verschrauben
    So sieht dann der "Kasten" aus
    Styrodur zurechtschneiden und in den "Kasten" einkleben
    Zweite MDF-Platte wie oben aufsetzen / anbringen
    Achja: Senklöcher sollten schon sein, wegen Schraubenköpfen. Bei 3mm muß man aber vorsichtig senken, sonst Loch zu groß
    Zu guter letzt: Signatur des Meisters darf nicht fehlen. In 200 Jahren will man ja schließlich wissen wer das baute und wann :brother:


    Das war der Ablauf für ein Seitenteil des HAQ.


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  • So, in dieser Art & Weise wurden dann auch das zweite Seitenteil verarbeitet, sowie die Rückwand, wobei bei der Rückwand zwei Querstege eingezogen wurden, aufgrund der Länge. Stabilität sollte schon gegeben sein. So sind die verklebten Styrodurbereiche alle etwa 40x40 cm groß. Diese lassen sich zwar, wie erwähnt, einigermaßen biegen, aber fürs brechen muß man die schon übers Knie legen und richtig drücken. Also ideal für meine Bedingungen.
    Bei kleineren Versionen in dieser Bauart kann man dann entsprechend dünneres Material verwenden, wobei ich schon auf 5mm dicke MDF-Platten achten würde, zur Sicherheit. Größere Varianten mit größerer Länge, sowie Höhe lassen sich so auch realisieren. Da muß man einfach ein paar Unterteilungen mehr einbauen. Die Querstegen müssen dann auch nicht unbedingt diese Stärke wie meine besitzen, sondern können durchaus etwas dünner sein.
    Aufgrund meiner Bauweise muß man aber bedenken das die Gesamtstärke der Wände 40mm beträgt +- der Beschichtungsstärke.


    Hier dann noch ein paar Fotos die sich auf die Rückwand und die Bodenplatte beziehen:





    Als dann mußten die die Bohrlöcher & teilweise auch die Kanten geglättet werden. Dazu nahm ich einfachen Zementgips, oder wie das Zeugs sich schimpft. Das dürfte die einzige Feuchtigkeit sein die mit den Schrauben in Berührung kam. Das ganze dann also, Teil für Teil, abgespachtelt und geglättet sah dann folgendermaßen aus:


    Mit dem Gips nicht sparsam sein
    Nach kompletter Glättung


    Anmerkung: zwischen diesen Arbeitschritten liegen aber jeweils ein - zwei Tage in denen ich den Kleber durchtrocknen ließ, bzw. den Gips. Das ganze geschah im Sommer 2016. Im Kellerraum war doch schon eine gute Luftfeuchtigkeit, was das trocknen etwas schwerer machte (alle Kellerfenster offen).


    Nachdem also alle Platten gespachtelt & geschliffen waren hatte ich eine schöne glatte Oberfläche und eine Staublunge, was mich aber nicht davon abhielt nebenbei auf mal ene Kippe zu qualmen (Nur die Harten...). Nun ging es dann langsam ans eingemacht und an den Teil wo es mir richtig stinkt:
    die Beschichtung mit flüssigen Kunststoff á la Impermax. Dieses hat erst vor einiger Zeit ein Materialupdate erfahren: damit es nicht ganz so schnell von senkrechten Flächen runterläuft und Schlieren zieht, ist jetzt gleich Verdickungsmittel im der FArbe integriert worden. Weiterer Vorteil: es trocknet schneller, und müffelt schneller aus. Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen habe ich diesmal die Platten VOR dem Zusammenbau gestrichen, was ich jedem empfehlen möchte der sowas mal nachbauen will. ERST streichen, dann schrauben. Dieser Arbeitsschritt dauerte eigentlich am längsten da ich jedes Bauteil viermal gestrichen habe bis das Impermax alle war. Die Schichtstärke beträgt also min. 3-4mm. Das ist ausreichend sogar für Steinaufbauten (solange nicht wirklich eine Spitze hart aufschlägt. Ansonsten sofort ausbessern, wegen weil: Holz & Wasser).
    Bis alles so gestrichen war wie ich es wollte sind wohl etwa ein-zwei Wochen vergangen weil ich jedesmal ein-zwei Tage gewartet habe bis der vorherige Anstrich durch getrocknet war. Ich wollte diesmal auf Nummer sicher gehen. Im Gegensatz zu Siebdruckplatten die eine Phenolbeschichtung haben und deshalb vor dem Anstrich erstmal stark angeschliffen werden müssen, kann man bei MDF-Platten gleich / direkt mit dem streichen beginnen. Von daher ist für mich MDF die erste Wahl für den Bau von HAQs. Siebdruckplatten sind zwar stabiler, wieger aber mehr, und Kosten fast das doppelte von MDF. Und die Verarbeitung ist auch schwerer wegen der Beschichtungsproblematik. Wer sich noch erinnert: bei meinem ersten Versuch des HAQs hatte ich das Impermax direkt auf die Siebdruckplatten gestrichen und dieses löstes sich dann bei einer Probefüllung ab. Da fehlte mir die Info damals wegen dem schleifen. Da Impermax nicht grade billig ist war das schon ein herber Rückschlag. Soweit nochmal zu den vergangenen Hintergründen & und als Info für diejenigen die sowas mal bauen, oder sich bauen lassen wollen.


    Bilders:
    Jeweils Erstanstrich
    Zwei Farben benutz: erste Schicht blau, zweite Schwarz, dann wieder blau, und zuletzt nochmal schwarz als Endschicht


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  • Puh, mir qualmen die Finger....


    also, nachdem dann alle Platten gestrichen waren konnte ich dann daran gehen an den Zusammenbau zu denken. Auch mußte ich mir ja nun mal allmälich Gedanken über die Abdeckung und den Innenfilter machen. Diesbezüglich hatte ich ja schon meine Erfahrungen da ich schon etliche Abdeckungen und Innenfiltersystem aus meinem Lieblingsbaustoff gebaut habe: Styrodur. Was mir aber bis zu diesem Zeitpunkt noch fehlte war eine vernünftige Bauschaumpistole. Die Dinger sind leider nicht billig wenn sie denn gut funktionieren sollen. Da sie aber nur kruzfristig benutzt wurden entschiet ich mich für eine mittelprächtige Pistolero Bauschaumus (war'n Fehler. Geiz ist NICHT geil, sondern oftmals saublöd... :cursing: ). Brunnenschaum war noch vorhanden, aber die dazu gekaufte Pistole erwies sich als, gelinde gesagt...Murks. Ich habe zwar alles damit hinbekommen was geklebt werden sollte, aber fragt nicht wie oft das Dingens gereinigt werden mußte, oder wie oft ich verzweifelt versuchte die richtige Dosierung hinzu bekommen. Man sieht es auf den nächsten Bildern. Denn Die Abdeckung besteht ja aus mehreren Styroplatten die am besten mit Schaum verklebt werden sollten. Hält am besten weil der Schaum fast dasselbe Material wie die Platte ist. Geht also beiderseitig eine gute Verbindung ein, was bei Silikon Käse ist. Sekundenkleber geht übrigens auch, aber wieviel davon will man verbraten? Das wird dann auch ein teurer Spaß!


    DIe nächsten Bilder gehen dann schon in Richtung Zusammenbau. Es wird also spannend:


    Grobaufbau & Verklebung der Abdeckung.
    Anderer Blickwinkel.
    Verschraubung der HAQ-Wände mit richtig langen Schrauben und Sechskantkopf (Teilversenkt). Sieht man von Vorne nicht.
    Als Verklebung kein Leim, sondern Sika benutzt. Quellendes Sika verstrichen.
    Ganz grober Probeaufbau, wegen optischem Gesamteindruck testen.
    Dat selbe mit dem Innenfilter. Position testen.
    Mal geschlossen angetestet. Scheibe übrigens noch nicht eingeklebt.
    Bohrmarkierungen an der Bodenplatte fixiert.
    Scheibe eingeklebt. Innenränder später nachgearbeitet wegen nicht vollständiger Auflage (Weißer Rand).


    Dann war Zeit für die Hochzeit: sprich, alles wurde ausgerichtet, positioniert und verschraubt.


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  • So, wir nähern uns dem Ende des Bauberichts:


    Verstreichen der Sicherheitsnaht (Sikaflex, ca. 1-1.5 cm breit)
    Eingeklebter Innenfilter (Styro), Einlaß ist Armierungsnetz (grobmaschig, 0.3mm)
    Nochmal Sicherheitnaht
    Nochmal der Innenfilter
    Frontscheibe / Rahmen eingesetzt, verschraubt, und versiegelt, Querstangen aus 10mm Edelstahl-Gewindestangen
    Vorne mit langer Öse und Hutmutter fixiert
    Kanten des HAQs und auch die Außenseiten mit Sikaflex gestrichen (Zahnspachtel), Feuchtigkeitsschutz
    Rückwärtige Verschraubung, auf Höhe der Querstege duch die Rückwand gebohrt


    Next Page: Water fills my Tank!


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  • Moinsen & Tach,


    so, gestern hatte ich keine Lust mehr den Rest zu schreiben. Vor allem weil mir mein getippter Abschluß durch irgendeine blöde Tastenkombi verloren ging. Da war mir dann die Laune vergangen. Also heut nochmal das ganze.


    Testbefüllung:
    Der lange Weg des Wassers (Anschluß im Keller gesperrt): Von der heimischen Badewanne durchs Badfenster...
    ...hinaus ins freie, am Fahrradparkplatz vorbei, wo mein Drahtesel vor sich hin rostet...
    ...quer über den Eingangsbereich unseres Wohnblocks, weiter in Richtung...
    ...Kellerraum, hier durchs Kellerfenster und dann...
    ...ins HAQ hinein, das ganze Schlauchgetüddel...
    ...lieber noch etwas festgezurrt. Wollen ja nicht den Keller unter Wasser setzen. Und dann...
    ...WASSER MARSCH. Erst wenig...
    ...dann viel...
    ...dann voll.


    So, das war der Moment wo ich am ehesten am zittern war. Ist es dicht? Hält es dem Druck stand? Usw, usf! ABER: es hielt, und zwar ganze zwei Monate ohne irgendwelche Probleme. DICHT, ERFOLG, YUPPPIIIIEEEHH! Also da war ich dann doch Stolz wie Bolle. Nach vie Wochen habe ich dann nochmal eine zweite Befüllung gemacht. So konnte ich dann die Nähte innen nochmal genauestens kontrollieren. Dabei habe ich das HAQ dann nochmal gründlich mit klarem Wasser ausgespült um eventuelle Ausdünstungen zu entfernen. Dann wieder für 4 Wochen Wasser rein. Das äußere hatte ich zu diesem Zeitpunkt garnicht groß weiterbearbeitet. Wenns undicht gewesen wäre wäre das Projekt nämlich gestorben, und wieder hätte ich dann Geld versenkt. Das wär's dann aber auch gewesen.


    Also, nach zwei Monaten Probezeit (mit diversen Tritten und Schlägen gegen das Holz) bei denen alles dicht blieb, und das Wasser sich allmählich in einen Mückenteich verwandelte, habe ich dann gegen Ende Oktober das HAQ mit einem vorläufigen Outfit gestrichen und dann per Sackkarre, und mit Hilfe eines Freundes, ins WZ gewuppt.

  • Vorher hatte ich natürlich auf die Gelegenheit genutzt den Unterschrank neu zu streichen. Das schnöde schokobraun war uns dann doch zu dunkel.


    Aufstellerei:
    Neu-Anstrich des Unterschranks, noch mit altem AQ drauf
    Fertiger Anstrich des Unterbaus
    Austausch des AQs gegen das HAQ. Optik sieht noch verboten aus
    Aktuelles Foto von gestern abend. Ist in echt aber dunkler, und gelblicher. Die Kamera hellt zu sehr auf.


    Daten:
    Größe (Außenmaße): 168cm x 68cm x 63cm (Gesamthöhe)
    Größe (Innenmaße): 160cm x 60cm x 48cm (Wasserstand), Front 50 cm Hoch, Seiten,-& Rückwand jeweils 60 cm
    Abdeckung: Styrodur (20mm), per Winkel klappbar an der Rückwand verschraubt
    Innenfilter: Styrodur (30mm), Außemmaße 53x26x50cm, Innenmaße 50x23x50cm, Filtervolumen: 57.5 Liter, entspricht etwa 12.5% des Gesamtvolumens
    Bodenstärke: MDF-Platte 19mm
    Wandstärke: Sandwichbauweise, Rahmenkonstruktion, 40mm, Holz & Styrodur
    Leergewicht: inkl. Abdeckung, Beleuchtung, Innenfilter 69.7 kg
    Momentane Standzeit: 6 Monate
    Konstante Temperatur: ohne Heizung 23°, mit Heizung 27°, bei 20° Raumtemperatur
    Gewichtsersparniss: gegenüber Glasbecken mit selben Setup = 50kg sicherlich


    Finanzielles:
    Von der ersten Schraube bis hin zum letzten Pinselstrich bislang 370-400 Euronen. Bislang aus dem Grund weil ich noch was an der Optik von außen feilen möchte. Da soll nochmal eine Holzverkleidung verklebt werden. Die muß dann auch noch gegen Feuchtigkeit mit Klarlack versiegelt werden. Kostet so um die 50 Euronen.
    Sicher, ein Glasbecken derselben Größe wäre für knapp 350 mit Versand zu bekommen. Allerdings eben ohne Abdeckung, Innenfilter, und Beleuchtung. Von einer anständigen Isolierung mal abgesehen. Da muß man eben locker nochmal einen Hunderter draufpacken (bei Selbstbau). Ansonsten kommt man damit auch nicht hin.
    Aber solch ein Projekt ist nur was für ambitionierte Bastler, da man den zeitlichen Aufwand lieber nicht berechnet. Dann ist ein Glasbecken wahrscheinlich ähnlich teuer, oder sogar billiger.


    Fazit:
    Bislang ist alles so wie ich es mir vorgestellt hatte.
    Würde ich solch ein HAQ nochmal in dieser Form bauen? Mit Sicherheit, weil da auch noch Potential zur Gewichtsreduzierung drin steckt bei gewährleisteter Stabilität. Größere HAQ dieser Bauweise lassen sich realisieren und ebenso kleinere. Allerdings ist sowas auch nur was für Bastler geeignet die Lust haben solch ein Projekt mal zu bauen. Optimieren läßt sich natürlich alles.
    Versicherungstechnisch sollte man aber sehen das man da auf der sicheren Seite ist, falls doch mal was passiert, aber das gilt natürlich genauso für Glasbecken.


    So, damit soll es dann von mir erstmal gewesen sein. Falls ihr noch fragen dazu habt, dann immer ran damit.


    Achja: als allerletztes möchte ich nicht verschweigen das nicht alles so 100% ist. Die Nähte mit Sika mit denen der IF geklebt ist lösen sich auf dem Styro ab, und zwar mit der Impermax-Beschichtung. Ich vermute das durch den Trocknungseffekt unterschiedliche Dehnungsspannungen entstehen die dann die Naht aufreißen läßt. Der IF ist nach wie vor fest verklebt, aber die Sicherungsnaht eben aufgegangen. Sieht unschön aus, und wird dann später mal mit Silikon nach bearbeitet, wenn das HAQ mal leer ist. Das ist aber bislang der einzigste Fehler der aufgetreten ist und beeinträchtigt in keinem Falle die Funktion oder Dichtigkeit des HAQ. Da muß dann einfach mal der IF mit AQ-Silikon befestigt werden da dann dieser Efekt nicht auftritt.


    PS: kriege ich jetzt eine eigene Homepage? Komm' ich jetzt ins Fernsehen? 8|
    PPS: Was die LED-Geschichte angeht, so werde ich mir im Sommer die Stripes aus dem anderen Forum bestellen die man mir heir empfohlen hat.

  • Ich muss sagen Volkmar, Hut ab :D Das ist ja ein riesen Projekt. Ich freue mich, dass es geklappt hat. Man sieht, du hast eine Menge gelernt aus dem ersten Versuch ;)
    Toll, dass du es nochmal sorgfältig durchgezogen hast. Das muss ja eine Freude gewesen sein, als es dicht hielt! Mir persönlich erschließt sich zwar der Vorteil gegenüber eines Glasaqs nicht so ganz :D aber selbst wenn es nur ums Prinzip geht, ist es schon toll. :applaus: :thumbsup: Viele Dank für den Bericht!


    PS ich hatte auch schonmal überlegt, größere Dinge mit Sackkarre am Fahrrad zu transportieren, aber ich hab mich nicht getraut :D In dieser Kleinstadt gurkt regelmäßig ein Polizist auf dem Fahrrad herum, dem wäre ich unter Garantie begegnet.

  • Hallo Volkmar,
    ich kan mich nur Birthes Bewunderung für das Projekt anschließen.
    Dass Du gerne bastelst und das wohl im Vordergrunf bei dem Projekt gestanden hat,
    dann noch der Ehrgeiz, zu beweisen, es geht doch, das kann ich mir gut vorstellen.
    Die Optik und deren Wirkung liegt immer im Auge des Betrachters, mir per. wäre das
    alles zu klobig und würde mich zu sehr vom schönen Inhalt ablenken.
    Aber trotzdem, vollen Respekt vor der Leistung, der Dokumentation und dem
    Ergebnis. Viel Erfolg weiterhin mit dem Becken und viele trockene Jahre damit.


    Gruß


    Erich

  • Moinsen,


    @ Birthe:
    Ja, das war schon was :boxer: Aber man kennt das ja: I had a Dream...und da blieb ich eben dran. Ich denke mir das ich nicht eher Ruhe gehabt hätte bis es realisiert gewesen wäre. Jetzt kann ich wieder ruhig schlafen (bis zum nächsten crazy Einfall). Tja, aus Fehlern lernt man, und da ich jemand bin der das mit der Methode Learning by Doing praktiziert, kann das schon oftmals daneben gehen. Aber in bestimmte Sachen verbeiß ich mich bis es eben funzt.


    Vorteile gegenüber Glas-AQ (meinetwegen selbe Größe & Setup):
    - Innenfilter, Abdeckung gleich dabei
    - Gewichtsersparniss, das HAQ läßt sich mit 2 Man tragen
    - Stabilität, bei eventuellen Umzügen muß man nicht ganz so vorsichtig damit sein, sprich: es kann mal einen Stoß vertragen
    - Isolierung, im Gegensatz zum Glas-AQ unschlagbar, selbst wenn dieses isoliert ist. Temperatur bleibt immer konstant, solange nicht im direkten Sonnenlicht stehend
    - entsprechende Energieeinsparung wenn keine Heizung verwendet wird
    - nachträgliche Umbauten wie Abflüsse, etc. leichter zu realisiern wie mit Glas
    - Selbstbau (Ego-Streichel-Einheit, denn sowas hat nicht jeder)


    Transport: also fahren war so nicht möglich weil die Sachen zu lang waren. Aber vernünfitg gestapelt und mit einigen Transportbändern versehen war die ganze Sache stabil. Bloß bei Randsteinen und Auffahrten muß man aufpassen das es nicht umkippt. Das wäre dann echt übel. Aber für Platten geht das gut. Auf dieselbe Weise habe ich auch schon eine Kühlschrankkombi transportiert. Da hat allerdings ein Kumpel hinten mit fest gehalten damit das Teil nicht runter kracht, oder umkippt. Das war auch schon grenzwertig :D


    @ Erich:
    Ganz genau. Der Bastelaspekt stand bei mir im Vordergrund. Und halt die Idee mal was anders zu planen und umzusetzen. Ich improvisieren eben gerne. Das dabei auch mal Mist passiert ist eben so. Man gut das ich nicht das nötige Kleingeld und die Räumlichkeiten habe meine anderen Ideen zu verwirklichen. Eigentlich aber auch schade, denn ich habe noch einiges in petto was ich zu gerne mal ausprobieren würde. Stell' dir bitte vor, du könntest ein solches HAQ auch noch wie einen Schrank, in seine Einzelteile zerlegen. Wäre unschlagbar einfach bei Umzügen. Das ganze dann noch auf die Spitze getrieben wäre dann eine modulare Version, die du nach eigenem Gusto vergrößern könntest, indem man entsprechende Platten einfach kombiniert. Scheitert aber bislang an einer vernünftigen Idee für eine Dichtung. Ich hatte in dieser Richtung aber schon mal recherchiert. Machbar wäre es auf jeden Fall. Macht die Sache aber dann echt kompliziert und teuer.
    Was die sogenannte Klobigkeit angeht, so ist das meinem Sicherheitsempfinden geschuldet. Inzwischen weiß ich das ich einiges schlanker hätte bauen können ohne Gefahr zu laufen das es dadurch instabiler wird. Die Einfassung der Frontscheibe, z.B., hätte durchaus auch schmaler sein können. Betrachte es als eine Art Prototyp. Sollte ich tatsächlich sowas in dieser Größe nochmal bauen wäre es sicherlich schlanker, und auch entsprechend leichter. Ich denke diese HAQ-Größe würde man auf 55-60 kg reduzieren können, also nochmal 10 kg Gewicht weniger. Man darf ja nicht vergessen das auch Teichfolie und Gips, etc., sowie jede Schraube Gewicht hinzufügt. Und da war ich eben nicht unbedingt sparsam.


    Danke euch beiden für die Rückmeldung. Ihr wißt ja: was lange wärt wird endlich gut (hope so). Wenn dann im Sommer noch eine vernünftige LED-Beleuchtung einzieht dann ist alles Butter. Wird mich so um 320 Euronen kosten. Habe ich wieder was worauf ich mich freuen kann. Der Mensch braucht eben Ziele, gell?