Erfahrungen mit 3D Druckern

  • Hallo,


    ich bin gerade am überlegen meinen Spieltrieb zu befriedigen und mir in absehbarer Zeit einen 3D Drucker zu zu legen, um u.a. auch Teile für Aquarien zu drucken.


    Ich würde gerne Erfahrungen zu Druckern hören, welche Konstruktionssoftware ist für Anfänger gut geeignet und lässt gutes Modellieren von Bauteilen zu, welche Erfahrungen gibt es mit den Filament Materialien, sind sie dauerhaft Wasserdicht/Wasserfest?


    Preislich würde ich mich im Bereich von <1000€ ansiedeln wollen, momentan würde ich als Kriterien eine möglichst große Druckfläche, Hotbed und möglichst hochwertige Druckqualität ansehen.


    Ich hoffe auf rege Rückmeldung :D


    mfg Andre

  • Moin, wir haben auf der Arbeit einen Ultimaker 2, welchen ich öfter benutze. Der liegt etwas über dem Budget.


    Bei deinem Budget wird es wohl auf einen FDM Drucker heraus laufen. Da stehen dir meist PLA und ABS als Materialien zur Verfügung. ABS lässt sich einfacher Nachbearbeiten (Gewinde rein schneiden, Feilen etc.) und Wasserfest. Es neigt bei größeren Teilen jedoch dazu sich zu verziehen.


    Wenn du besonders große Teile drücken möchtest, wirst du wohl nicht an einem Delta-Drucker vorbei können. Aber die sind nicht die genauesten.


    Gruß Alex

  • Moin Alex,


    Größer ist relativ, es sollte aber machbar sein mehr als 16cm lange Bauteile zu drucken, es müsse aber keine 30cm sein.


    Ich habe z.b diesen Drucker gefunden:
    https://www.otto.de/p/tiertime…806#variationId=570639806


    Der erfüllt fast alle meine Wünsche, bis auf die Druckgröße, die ist nur 12*12*12cm, viel zu klein.


    Und dieser Drucker hier:
    https://www.otto.de/p/bq-3d-dr…520#variationId=516725520
    Erfüllt bis auf das Hotbed alle Vorgaben.
    Und ein 900€ Gerät ohne Hotbed finde ich schon fast frech, zumal die Steuerung Vorhand sein soll, Mann soll es sich nur für 150€! als Zubehör beim Hersteller kaufen, das ist frech!


    Wenn das erste Gerät 16*16*16 drücken könnte würde ich es vermutlich sogar kaufen, aber so leider eher nicht :(


    Mfg Andre

  • Der hier liegt im Budget und sieht vom Test, Specs usw. gut aus.


    http://www.3d-drucker-info.de/test/flashforge-creator-pro/


    Besonders hervorzuheben sind

    • der dual extruder, damit kannst du auch einen wasserlöslichen Kunststoff als Stützstruktur durcken (für Hohlräume etc.)
    • die Kuppel und die Plexiglasklappe welche die Temperatur im Innenraum schützt. (Mussten wir beim Ultimaker selbst bauen, jedes Mal, wenn das Fenster geöffnet wurde, hat es den mehrstündigen Druck versaut)


    Ansonsten kannst du für den Einstieg auch in China fündig werden.


    Gruß Alex

  • Hallo,

    Seit Heute bin ich stolzer Besitzer eines Anycubic i3 Mega 3D Drucker biggrin.gif

    Nach längerem zögern habe ich mich dann doch zu einem ersten Versuch in überschaubarer Preisklasse entschieden.
    Die Ersten Test Modelle habe ich mit Tinkercad (Browser Version) erstellt und mit cura Drucker tauglich gemacht.



    Das soll ein Halter für eine 12mm PH Elektrode sein, den ich am Rahmen eine Juwel ähnlichen Deckels befestige.

    Tinkercad ist eine gut erlernbare Version eine CAD Programm, da die Mittel deutlich überschaubarer sind als bei Profi Versionen.
    Die Anwendung hat so seine Tücken, aber wenn man die kennt, kann man damit recht gut und schnell die ersten Erfahrungen sammeln und den Drucker ausprobieren.

    Die Maße sind bei meinem Drucker etwa 0,5mm kleiner geworden als im Programm angegeben.
    Da ich das jetzt weiß, wird das beim nächsten Druck berücksichtigt.

    Von der Druck Qualität bin ich recht positiv überrascht (die Fotos sehen irgend wie schlechter aus als es sich in real macht und auch anfühlt), zumal das der zweite Druck war und ich sicherlich noch nicht das Optimum an Einstellungen habe.

    Der Drucker ist nicht wirklich leise (wer noch die erste XBox kennt, die war leise dagegen lol.gif ), aber zum Glück kein Fiepen oder Pfeifen, nur laute Luftbewegung und die Schrittmotore.

    Der Ausdruck des Halters hat etwas über 2 Std. gebraucht, was für ein gut 35*35*17mm großen Ausdruck sicherlich kein Rekord ist, aber halt auch die höchste Qualitätsstufe, 0,06mm Schichtdicke.

    Die Anwendung von Cura ist auch gut machbar.
    Zu erst musste ich den Drucker und desen Bauraum hinzu fügen und seine wichtigsten Grundparameter (Druckgeschwindigkeit, Temperaturen, Heatbed, etc.) eingeben.
    Das muss man aber nur ein mal tun, und das erstellen der Datei dauert dann nur wenige Sekunden.

    Dann mit der Datei auf die Speicherkarte, diese in den Drucker, Vorgang starten und dann viel Geduld und Lärm Toleranz.

    Werde sicher die nächsten Tage reichlich ausprobieren und hoffen das ich einen Bekannten Finde, der mir in Zukunft eines der besseren CAD Programme nahe bringen kann.


    mfg Andre

  • Version 2 der Halterung:

    So kommt sie aus dem Drucker:



    Dieses mal habe ich gleich an das Loch für die Schraube gedacht.

    So sieht das ganze dann nach etwas Nachbearbeitung aus:



    Mit PH Elektrode:



    Und am Einsatzort:




    Noch nicht ganz perfekt, die Elektrode muss noch mehr nach unten, aber im Großen und Ganzen ganz anständig.

  • noch pla, da abs so stinken soll und der Drucker im Wohnzimmer steht.

    ich muss aber mal klären welche Materialien er noch drucken kann.


    Drucke gerade eine Kalibrierungs Würfel, mal sehen ob das so klappt.

  • Habe mit etwas suchen eine Anleitung zu justieren gefunden und ein "20mm calibration cube" Vorlage.

    Mit dem USB Kabel und Cura ( nur bis Version 15.04.6, danach fehlt diese Funktion wohl, die Oberfläche ist auch anders) konnte ich es dann anpassen, so das der zweite Ausdruck bei genau 20x20x20mm ist.

    Habe schon mal nachgesehen, Nylon und PET gehen wohl auch und sollen auch nicht riechen

  • Hallo,


    nach etwas lesen habe ich PETG Filament geordert, soll ja auch recht problemlos gehen und wäre dann beständiger als PLA.


    Heute habe ich mal was gedruckt was nicht in ein Aquarium kommt ;) ein Adapter für meine Macap M4D Kaffeemühle, einTrichter damit bei einfüllen in den Siebträger nicht so viel daneben geht.




    mfg Andre

  • Oh das ist ja geil :D Ich bin gespannt auf weitere Berichte! Wenn man sich dran gewöhnt hat, einen 3D Drucker zu haben, fallen einem bestimmt jede Menge Sachen ein, die man damit machen kann. Mein Nachbar hat wohl auch einen simplen, muss ich mir mal was überlegen, was ich drucken kann. Gibt es Materialien, die man für den Aquaristikbereich nicht einsetzten sollte?

  • Hallo,


    naja das PLA ist zwar für das Wasser unbedenklich, da aber biologisch abbaubar, wird es nicht ewig stabil bleiben.


    Habe daher jetzt PET-G geordert, soll sich so leicht wie PLA drucken, so fest wie ABS sein, aber nicht so stinken wie ABS und ist nicht biologisch abbaubar (naja, irgend was ist halt immer...)


    Was man halt immer bedenken sollte, das je nach Drucker und Material Qualität, das ganze nicht zwingend Wasserdicht ist, also nur mit Risiko für Wasser führende Teile außerhalb des Aquarium geeignet ist.

    Für alles was im Wasser ist und nur umleitende Funktionen (z.b. Adapter oder Strömungswinkel) hat, ist das aber ok.


    Ich habe auch noch TPU bestellt, das von der Konsistenz wie Silikon oder Gummi ist, also flexibel.

    Das wäre ideal für Gummi Lager oder vibrations dämmende Adapter.


    Leider ist es schwierig verschiedene Materialien in einem Durchgang in ein Modell zu drucken, dazu bräuchte man einen Drucker mit mindestens zwei Extrudern und mehr Ahnung von CAD Programmen.


    Ich drucke gerad ein Montage Winkel für den Schlauch meiner Nachfüllanlagen, mit den ich den Schlauch über den Rand hängen kann.

    Da habe ich neulich beim Händler gedruckte gekauft und war total enttäuscht von der Qualität für den Preis.

    Da werden meine deutlich besser sein und nur 1/4 kosten.

    17g PLA kosten ~0,43€ plus 2,5 std. Zeit und vielleicht 0,5kw/h.

    Das Teil vom Händler6€ + Porto...


    Das Teil vom Händler, wo der 9mm Schlauch nicht durch passt, der passen soll...




    Mein Entwurf:




    Nachher gibt es mal das Foto vom realen Ergebnis.

  • Das ist der fertig gedruckte Halter:



    Am Aquarium:



    Der Halter vom Händler (auch gedruckt):



    Der Kostet 6€+ Porto, meiner ~1€

    Beim Halter des Händlers sollte ein 9mm Schlauch durch passen, mein 9mm Silikon Schlauch passte da erst nach kräftig feilen durch.

  • Hallo,


    Heute habe ich zum ersten mal PETG gedruckt, das ich eigentlich in Zukunft gerne generell drucken würde.




    links der PLA druck rechts der PETG


    optisch erst mal wenig unterschied in der Farbe.

    Die Druckqualität des PETG ist noch verbesserungswürdig, da muss ich noch an den Einstellungen arbeiten.

    Generell braucht es wohl höhere Temperaturen, der erste Test war mit 230°/80°, bei PLA sind es 205°/60° im Vergleich.

    Die Druckzeit steigt auch etwas da man PETG etwas langsamer drucken soll.

    Habtisch und von der Steifigkeit kann ich erst mal keinen großen unterschied erkennen.

  • Hallo,

    es geht langsam vorwärts:



    Der linke ist aus PET liegend gedruckt, der rechte aus PET stehend gedruckt.

    Obwohl der linke mit 0,1mm Schicht dicke und der rechte mit 0,15mm Schicht dicke gedruckt ist, ist die Oberfläche deutlich besser, viel glatter, und schneller ging es auch noch.

    so ist es schon ganz ok, zumal stehend weniger Stützmaterial entfernt werden muss

  • Hallo,


    die letzen Wochen habe ich so einiges Probiert, und diverses Filament bestellt,aber alles PETG, damit bin ich sehr zufrieden, lässt sich sehr gut drucken.
    Vor allem die farbig transparenten Filamente habe es mir angetan, weil man auf denen die Nachbearbeitung nicht so sieht, schneiden und feilen fällt deutlich weniger auf, und wenn mann hinterher mit dezent Heißluft drauf geht, sieht man es fast gar nicht mehr.
    Da ich bisher kein regelbaren Heiluft Fön/Gebläse habe und es daher auf der arbeit ausprobieren musste, werde ich mir wohl mal eine Heißluft Entlötstation besorgen, die sind regelbar und nicht so groß.


    Des weiteren habe ich mir noch Simplify3D als slicer gegönnt und bin sehr positiv überrascht worden.
    Hatte so meine zweifel, zumal es keine Demo Version gibt, aber simplify3d ist im Druckergebnis so viel besser als slic3r und cura, das sich die Ausgabe auf dauer lohnen wird.
    Aber auch das zog wieder viel probe drucken nach sich.


    Heute habe ich was im ersten Moment eher unspektakuläres Gedruckt:




    Das ist eine Behälter um meine Stachelaale gezielt zu füttern ohne das ihnen die Tinanti und Kongosalmler das Futter klauen.
    Den Deckel habe ich nur deswegen gebaut, um innen besser sauber machen zu können, und falls mal einer zu dumm ist, ihn besser raus zu bekommen....


    Hier noch mal mein alt bekannter Schlauchhalter, in transparent farblos und transparent grün:




    Der farblose noch mit sli3r gedruckt der grüne schon mit simplify3d.
    Kommt auf dem Foto optisch nicht so gut rüber, aber die Oberfläche des grünen ist viel feiner, auch musste ich viel weniger Stützmaterial drucken und entfernen, und das entfernen ging deutlich besser.


    mfg Andre