Dokumentation Bachlaufbecken

  • Moin,
    ich werde das Thema jetzt unter den Beckenvorstellungen einstellen, hier erscheint dann ja auch später die Beckenvorstellung als Update der endgültigen Einrichtung. Ich habe es in 3 Teile aufgeteilt, ist sonst zu viel Text auf einmal


    Planung und Bau eines Bachlaufbecken


    So ein Bachlaufbecken war schon lange mein Traum, ich stellte es mir schon 5-6 Jahre immer bildlich vor.
    Es tatsächlich umzusetzen, das ist die andere Seite.
    Nachdem ich aber die Steinbeißer gekauft hatte, da war mir klar, diese Tiere benötigen eine gute Strömung und das geht nur im Bachbecken.


    Mit meinem Sohn, der sich auch zeitgleich die Tiere geholt hat und den ich förmlich mit der Idee angesteckt habe, ging es an die konkrete Planung.


    Das Becken sollte 150 cm lang werden, 25 cm tief und 35 cm hoch, knapp 130 Liter also, am Ende noch weniger wegen des hohen Bodens. Die Tiefe von 25 cm haben wir wegen der besseren Realisation einer wirklichen Strömung genommen, 35 cm hoch wegen dem Wasserkanal unter dem Kiesboden der ja doch gut 5 cm hoch ist. Dann noch Bodengrund darüber, so waren schnell mindestens 7 cm weg.


    Bei einem Aquarienbauer in Berlin ließen wir zu sehr gutem Preis die Becken bauen.
    Dann ging es an die Berechnung der Pumpen für die Strömung. Es sollen mindestens 3cm in der Sekunde geschafft werden, durchgängig und nicht nur punktuell wie bei einem Filterauslauf.


    130 Liter /150= 0,9 Liter auf 1cm Becken. 3cm Sek. bewegen, also die 0,9 Liter x3= 2,7 Liter in 3 Sek. Dann die Sek. in Minuten= x60, dann in Stunden, nochmal x 60. Also 2,7 Liter mal 3600 = 8720 Liter in der Stunde.


    Da ja aber noch Steine, ein wenig Holz und ein paar Pflanzen den Wasserstrom zwar an den engeren Stellen beschleunigen, dahinter aber schnell abflachen lassen, haben wir 12 00 Liter Pumpen bestellt, als zusätzliche Reserve noch jeweils eine 6000 Liter Pumpe. Die wurden in China bestellt und haben es dann nach Wochen geschafft, einzutreffen. Daher verzögerte der Bau sich auch ein wenig. Die Pumpen, fast baugleich mit hiesigen Fabrikaten, kosten mal gerade 10% in China.


    Nachdem wir etliche Hefte und Berichte ähnlicher Projekte gelesen und gesehen hatten, ging es an den Zubehör Kauf.
    Dunstabzugshauben Abluftkanäle, Eckstücke dazu, Steigrohre, Plastikplatten, Kleber für die Plastik-Glas Verbindung.


    Bild 1 = Das neue, nackte Becken
    Bild 2 = Material besorgt

  • Teil 2, Baubeginn


    Am Dienstag dann fuhr ich nach Berlin und wir starteten durch.
    Es musste folgendes realisiert werden:
    An einem Ende eine Wasser Vorratskammer mit den beiden Pumpen eingebaut werden, aus der Kammer den Wasserkanal bis zum anderen Ende, dort im Winkel nach oben, ein weiteres Stück Kanal bis an die Wasseroberfläche.
    In dieses Endstück mussten 100te von Löchern gebohrt werden, so klein dass kein Fisch durch geht und so viele, dass genügend Wasser einlaufen kann. Der Kreislauf musste ja funktionieren. So bauten wir dann das erste Becken, das meines Sohnes.
    Die Funktion ist also folgende: Die Pumpen pressen das Wasser aus der Vorratskammer durch das Becken, am Ende fließt es durch die Löcher in den Kanal und so wieder in die Vorratskammer. Nach einiger Zeit entsteht so eine richtige Fließgeschwindigkeit, wie berechnet, sogar noch etwas schneller. Am Ende des Beckens allerdings merklich langsamer. Es wird aber alles am Boden liegende mit gerissen.


    Zuerst bauten wir also den Kanal mit dem Eck- und Endstück ein, dann in einer Höhe von ca. 5cm über dem geplanten Bodengrund die Löcher gebohrt. Vorne und seitlich, es musste ja genug da durch können.
    Dann wurde die Kammerplatte aus dem Plastik geschnitten. Aus dieser Platte musste unten der Wasserkanal und im oberen und mittleren Bereich die Löcher für die Pumpenköpfe ausgeschnitten werden. Das ging recht gut.
    Bei dem 1. Becken planten wir noch, die Kammer seitlich ab zu winkeln, sie also 5 cm kürzer zu schneiden und einen rechten Winkel anzukleben, in der Tiefe der Kammer. So hätte man zwischen der Kammer und der Frontscheibe 5 cm Luft und könnte so die Kammer kaschieren. Ich erwähne das hier nur weil wir nach dem Probelauf, aufgrund von starken Verwirbelungen in der Ecke, es noch einmal umgebaut haben. Jetzt geht die Wand also glatt durch, von Vorder- zur Rückscheibe.
    Danach wurde alles eingeklebt, die Ränder der Kammer alle gut abgedichtet, die Pumpen eingeklebt und es musste ein wenig trocknen. Mittagspause.


    Danach füllten wir das erste Wasser ein, beide Kammern blieben vorerst trocken, also alles dicht. Kurz über dem Kanal wurde das Wasser abgedreht, der Kies konnte um den Kanal eingefüllt werden. Bis gut 2cm über den Kanal, dann kamen vorne im starken Strömungsbereich größere Steine, diese wurden bis zum Ende immer kleiner. Ganz am Ende gibt es nur noch Kies.
    Das Becken wurde dann ganz mit Wasser gefüllt, das taten wir durch den Kanal am Ende, so verwirbelte nicht gleich der ganze Sand.
    Nun kam der Testlauf, und ja, nach ca. 15 Minuten hatte sich eine gute Strömung eingestellt. Beide Pumpen liefen, zu Anfang verwirbelte vorne noch ein wenig Sand, er türmte sich nach ca 50 cm zu einer kleinen Düne auf. Als es sich aber richtig eingestellt hatte war das vorbei und der Sand konnte wieder verteilt werden.


    Bild 3 = große Pumpe mal fest gemacht
    Bild 4 = Wasserkanal eingebaut
    Bild 5 = Kammerwand an Kanal angepasst
    Bild 6 = Kanal- und 2 Pumpenlöcher ausgesägt
    Bild 7 = Pumpen und Seitenwand festgeklebt
    Bild 8 = Kammer fertig eingeklebt
    Bild 9 = Draufsicht auf fertige Kammer
    Bild 10 = Einlaufkanal mit Bohrungen
    Bild 11 = Wasser eingefüllt und Steine platziert

  • Teil 3, Probelauf und Änderungen bei meinem Becken (Becken 2)


    Die Vorratskammer hat einen ca. 1 cm niedrigeren Wasserstand als der im Becken. Das bedeutet dass der Kanal hätte ein wenig breiter sein können um mehr Wasser zu schaffen.
    Das Problem haben wir dann wie folgt gelöst: in die Kammerwand oben einen Mönch gesägt, ca. 1 cm tief und 5 cm breit. Dahinter ist eine Matte befestigt, so ist ein guter Mattenfilter vorhanden. Der Kanal am Ende wird auch einen Abschluss mit Filtermatte erhalten.
    Es läuft jetzt also so wie geplant und wir sind gut zufrieden.


    Bei meinem Becken dann habe ich gleich eine durchgehende Kammer eingebaut, am Ende habe ich auch eine Kammer eingebaut, auf das durchbohrte Steigrohr also verzichtet. Die Kammer ist in der Front auch komplett durchbohrt, das Wasser fließt durch das Eckstück im Kanal dann ab.
    Ich werde keinen Mönch einbauen, bei mir kommt ein Außenfilter mit dran, er pumpt dann sein Wasser direkt in die Pumpenkammer zurück, so ist sie auch immer voll.


    Bei mir werde ich an der Rückwand dann ein paar Pflanzen einsetzen, ein wenig Holz davor oder auch größere Steine. So habe ich dann Ruhezonen in der Strömung. Bis auf die Länge von gut 80 cm werde ich gar keinen Sand einfüllen sondern nur Kies und oben drauf größere Dikussteine, gut verteilt als Stromschnellen und Versteck für die Fische.
    Bis zum Ende dann kommt Sand hinein und oben drauf ein paar Steine und Totholz. Da können dann die Fische gut gründeln, im Kies auch. Aber so umgehe ich das austreiben des Sandes beim Gründeln.


    3 Led-Punktstrahler werde ich als Beleuchtung einsetzen, ansonsten keine Heizung. So wird das Becken dann mit etwa 60 Watt betrieben werden. Ob beide Pumpen dann immer laufen, das wird die Erfahrung dann zeigen, abstellen kann man immer eine.
    Als Besatz werden 6 Steinbeißer einziehen, zusammen mit 6 Grundeln und 2 Flossensaugern. Vielleicht kommen noch die Sonnensalmler dazu, sie lieben ja auch die Strömung.


    Ein Bild meines fertig eingelaufenen Becken werde ich noch in einer Beckenvorstellung dann später nachliefern, vorerst steht es technisch fertig noch in Berlin. Ich hoffe es ist ein wenig interessant und verständlich zu lesen gewesen. Die Bilder habe ich bauabschittsweise angehängt. Das liest sich dann besser und verständlicher..
    Natürlich ist bei dem gefüllten Probelauf des 1. Beckens nicht übermäßig viel zu erkennen, es wird wohl einen ganzen Tag mindestens dauern bis das Wasser klar wird.


    Bild 12 = Probelauf der Pumpen bei vollem Becken
    Bild 13 = Strömung und Höhenunterschied in der Pumpenkammer
    Bild 14 = Der Einlauf von oben, wird noch mit Matte verschlossen
    Bild 15 = Filterkammer durchgehend, Becken 2
    Bild 16 = Filterkammer Draufsicht Becken 2
    Bild 17 = Wassereinlaufkammer Becken 2


    Gruß


    Erich

  • Moinsen,


    Coole Sache, Erich, echt :daumenhoch: Ich mag Berichte mit solchen Basteleien ja ausgesprochen gerne lesen. Aber ein paar Fragen hätte ich doch noch:


    1) Wie verhält es sich mit der "Laufruhe" der Pumpen?


    2) Gibt es durch die Verwendung der Plexiplatten Vibrationen im AQ (Resonanz-Dröhnen)?


    3) Kommen auch Pflanzen rein? Wie verhinderst du dann das diese nicht ständig aus dem Bodengrund gerissen werden?


    Ich kann mir ja nicht vorstellen wieviel Wasserdruck die Strömung entwickelt. Kannst du da mal irgendwie ein Foto von machen damit man es besser einschätzen kann.


    Ansonsten echt g....

  • Moin,
    schön dass es dir gefällt.
    Zu deinen Fragen:
    1. Die Pumpen laufen immer ruhiger und leiser. Es dauert eine ganze Zeit bis sich der ganze Kreislauf richtig einpendelt. Das Becken wird im Schlafzimmer stehen, zur Not können die Pumpen zeitgesteuert gefahren werden, ist ja eine zusätzliche Umwälzung durch den Filter vorhanden. Sie sind aber recht ruhig.


    2. Es gibt keine Resonanzen durch die Platten. Sie sind ja mit Unterwasserkleber und einer geringen Fuge um alles eingeklebt, die Pumpen einschließlich. Die Pumpen sind ja an der Außenwand mit je 3 Saugern an einem Kugelgelenk fest, eine mit Magnet. Durch den heftigen Sog der Förderwellen wird die Platte sehr fest angezogen, die Klebefugen sind alle sehr elastisch. Da gibt es keine Geräusche.


    3. Pflanzen kommen, wie im Text schon im 3. Teil beschrieben, auch rein. Allerdings nur an der Rückwand und schwerpunktmäßig an 3 Stellen wo dann auch die Strahler sitzen werden.
    Aufrechte größere Steine oder auch Holz, das werde ich austesten, verringern dann die Strömung hinter den Steinen, dort werden Pflanzen sehr gut halten. Aber bei 3-4 cm Fließgeschwindigkeit in der Sekunde reißen keine Pflanzen aus. Aber der größte Bereich bleibt Pflanzen frei, mitten in einem Bach wachsen ja auch selten Pflanzen. Der Schwerpunkt liegt ja nicht auf der Optik des Innenlebens wie sonst oft, sondern auf dem fließenden Wasser mit seinen Eigenheiten. Valisnerien könnten dort recht gut fluten, mal schauen.


    Ein Foto mindestens werde ich noch einstellen wenn mein Becken auch in Betrieb ist. Auf den Bildern des gefüllten Beckens ist das ja nicht so gut sichtbar, aber die Brühe soll sich schon gesetzt haben. Es wird aber wohl recht schwierig, die Strömung zu fotografieren, ist ja alles durchsichtig. Erst wenn die Fische gegen die Strömung schwimmen, dann kann man sie möglicher Weise erahnen.
    Wenn es dann ganz fertig ist werde ich einen kleinen Film einstellen, dort wird es dann deutlich werden.


    Gruß


    Erich

  • Moin,
    das Becken ist jetzt fertig und läuft ein.
    Am Freitag kam es und ich begann sofort mit einigen Änderungen die sich aus den bisherigen Erfahrungen meines Sohnes mit seinem Becken ergaben.
    1. Die Druckkammer oder Pumpenkammer wurde raus gerissen und neu konstruiert. Das Wasser aus dem Rücklaufkanal musste mit einer Schräge nach oben geleitet werden, ansonsten verwirbelte es zu sehr im Bodenbereich und die Pumpen machten ordentliche Geräusche. War schnell erledigt.


    2. es wurden 2 gleiche Pumpen eingebaut, diese dann hochkant nebeneinander. Dadurch konnten die Pumpen tiefer gesetzt werden, gerade so über die spätere Bodenschicht. Vor allem blieb nach oben Platz genug. 2 verschieden starke Pumpen verursachten zu viele Verwirbelungen, nach der Mitte ca. kam zu wenig Strömung durch.


    3. Da, wie schon zu Anfang erwähnt, der Rücklaufkanal ein wenig zu klein dimensioniert ist, eine Berechnung der benötigten Maße für die Wasserdurchflussmenge bekamen wir nicht hin, musste von oben gut 5 cm Wand ausgeschnitten werden. So konnte der Ausgleich zur Einlaufkammer geschaffen werden und den Pumpen stand genügend Wasser zur Verfügung. Über die offene Kammer passte ich dann einen groben Schwamm ein. Das verhindert in erster Linie natürlich ein Eindringen der Fische in die Kammer, die kämen sonst püriert wieder aus den Pumpen.
    Der Nebeneffekt ist ein schwacher HMF, schwach deswegen weil doch das Wasser recht zügig durch die Matte fließt. Eine mittlere Matte wurde runter gezogen.
    Vor der Druckkammer entstehen einige Verwirbelungen, so fließt immer ein Teil der Oberflächenströmung über den Schwamm, er sammelt so auch gleich evtl. Schwebeteile.
    Diese würden sonst an der Einlaufkammer kleben bleiben und mit der Zeit den Durchfluss wieder mindern.
    4. Beidseitig, neben dem Einlaufstutzen wurde in der Kammer ein kleiner HMF installiert.


    Dann wurde 10 cm Wasser einlaufen lassen, grober Kies im vorderen Bereich nach der Druckkammer aufgeschüttet, nach gut 30 cm dann Spielsand. Der Wasserkanal ist gut 2 cm mit Sand überdeckt. Recht große Steine, Flusskiesel, Diskussteine und alles mögliche an Steinen wurde dann so verteilt dass es einiger Maßen natürlich aussieht.
    Auf dem ersten Bild ist der Erfolg dann zu sehen.


    Heute war ich los, ein paar Pflanzen und etwas Holz besorgen, 2 Anschraublampen wollte ich auch holen, die mussten leider bestellt werden. Solche wie an den Nanocubs sind.
    So ist erst einmal ein alter Doppel Leuchtbalken aufgelegt, der ist mir aber viel zu hell. Das Licht wir nachher nur an 2 Stellen angeschraubt, es soll nur die Cryptocoryne und eine Echinodorus und deren Umfeld ausleuchten.
    Die Anubien und der Javafarn sowie die Vallisneria kommen ja mit weniger Licht aus.
    Das Holzzeug wurde ein wenig bepflanzt und verteilt, ob es dort so endgültig bleibt wird die Praxis zeigen.
    Ich hoffe dass die Vallisnerien alle anwachsen bzw. gut festwachsen.
    Das Becken werde ich jetzt ohne Animpfung mal 3 Wochen laufen lassen, den Nitratwert dauernd kontrollieren. Parallel lasse ich an einem anderen Becken einen Außenfilter einlaufen, er wird nach 4 Wochen ggf. die Filterleistung der HMF unterstützen müssen.
    Das wird das wohl einzige Problem werden, Erfahrungen konnten wir da noch nicht sammeln und in der Literatur sowie im Netz gibt es dazu wenig verbindliche Aussagen. Da der Fischbesatz aber gering bleiben wird, da sollte es schon irgendwie klappen mit den Nitratwerten. Sonst muss der Außenfilter ran.
    Gefüttert werden wird per Rohr, so kommt das Futter auf dem Boden an und wird nicht sofort mitgerissen.
    An Besatz kommen dann alles Tiere aus dem asiatischen Raum hinein. Zum einen meine Steinbeißer, die werden auf 7 Tiere aufgestockt, 2 oder 3 Flossensauger, 2-3 Grundeln, die Sorte muss ich erst noch schauen.
    Für die Oberfläche vielleicht Kardinäle, da überlege ich noch, obwohl die sich natürlich recht wohl in der Strömung fühlen würden. Aber ich möchte es ja auch nicht über besetzen.
    Beheizt wird das Becken nicht. Es wird immer 1-2 Grad über Raumtemperatur haben, also um die 20 Grad.
    Ich konnte so meinen Traum tatsächlich einmal verwirklichen, hätte ich fast nicht mehr dran geglaubt. Die Planung, 3-5 cm Fließgeschwindigkeit in der Sekunde zu erreichen, die habe ich auch umsetzen können. Stellenweise gibt es tote Winkel, das ist auch so gewollt. Durch die endgültige Lage der Steine und der linken Wurzel in ein paar Wochen kann die Strömung noch gut beeinflusst werden. Vor allem geht die Strömung voll durch das Becken und kreist nicht nur wie bei herkömmlichen Strömungen, das war mir wichtig.
    So, hier endet nun meine Dokumentation, es war zwar viel zu lesen, aber vielleicht möchte ja mal jemand so etwas nachbauen, dann hat er hier etwas an der Hand.
    Zu den Bildern:
    1. Becken nach grober Einrichtung
    2. Gesamtansicht
    3. Bereich vor der Druckkammer
    4. Bereich vor der Einlaufkammer
    5. Gesamtansicht mit Teil des Unterbaues.


    Wer Fragen hat, immer stellen, kritisiert werden darf auch.


    Gruß


    Erich

  • Hallo Erich,


    erst einmal ein dickes Lob für Deine tolle Dokumentation - da kann ich ja bald meine Aquarienzeitschrift abbestellen und lieber ein Abo bei Dir abschließen. :applaus:


    Als ich die Entstehung des Beckens verfolgt habe, musste ich an einen Bericht aus einer Zeitschrift denken und war sehr neugierig wie Du Dein Becken gestalten wirst. Denn mir hat das Becken aus dem Bericht nicht besonders gefallen. Umso positiver überrascht bin ich von dem "fertigen" Becken! Wirklich toll und vor allem ist Dir die natürliche Gestaltung großartig gelungen :2daumen:


    Ich kann mich auch meinen Vorrednern anschließen und teile die Neugier auf den Besatz.


    Vermutlich wirst Du gar nicht mehr so viele Pflanzen einsetzen wollen, solltest Du aber mal Bedarf an Vallisnerien und Anubien haben melde Dich gerne. Kann Dir immer einiges anbieten, da ich leider oft etwas entsorgen muss.


    Nachdem Du mich fachlich sowieso immer schon und gestalterisch bereits mit Deinen anderen Becken überzeugt hast, ist heute dann endgültig auch noch Deine redaktionelle Arbeit dazu gekommen :D


    Gruß, Frank

  • Wow!
    sieht hammer aus!
    ein richtiger Aquarianer .. respekt an der arbeit!
    :applaus: 
    Auf den Fisch besetzt bin ich auch gespannt


    mfg Uschi :daumenhoch:

  • Hallo!


    Ah da ist es ja :) Hat's doch ins Auto gepasst? ;)


    Sieht gut aus, nur Sand würde es vielleicht etwas weniger auch tun, oder? :D Mit dem "natürlich" find ich persönlich das jetzt noch nicht so ganz überzeugend, aber das rüttelt sich ja vermutlich noch zurecht. (Aber weißt ja, das ist jetzt Kritik auf sehr hohem Anspruchsniveau ;) )


    Viele Grüße
    Birthe

  • Moin,
    schön dass es auch euch gefällt. Die Pflanzen haben die erste Nacht überlebt, soll heißen, sie stehen noch an ihrem Platz fest in den Wurzeln, trotz Strömung.


    @ wibo , 85Annika und Bell: Danke, der Besatz ist ja schon im Bericht verlinkt. Dort seht ihr die Tiere in der Galerie. Sie werden sich sehr häufig zwischen den Steinen aufhalten und gegen die Strömung schwimmen. Die Grundeln wird man wohl eher mal sehen, die Flossensauger auch an den Scheiben.


    @ Frank: oh man, so viel Lob kann ich gar nicht ab, aber danke. Ja, man versucht das Mögliche.
    Danke für das Pflanzenangebot, aber ich habe eigentlich nur die Lampen in Lübeck holen wollen und habe dann die Vallisnerien mitgenommen. Einzig die hatte ich nicht mehr. Es sind schon mehr Pflanzen als eigentlich gewollt darin.


    @ Birthe: ja danke, es hat gerade noch eine Decke zwischen Heckklappe und Becken gepasst, 2cm länger und es wäre immer noch nicht hier.
    Zu dem Sand: Er ist, wie schon geschrieben, gut 2cm über dem Kanal. Zum Hintergrund etwas höher, im vorderen Berich um die 8-10 cm. Nach der Einlaufphase, vielleicht auch schon mal zwischendurch werde ich ein wenig davon noch abtragen, ich muss erst mal austesten wie die Strömung sich das alles hin formt. Letztendlich soll der Kanal ja auch nicht sichtbar werden. Aber ich würde schon gerne 2 cm abtragen wollen.
    Zur Naturlichkeit oder naturnah: In dem Flußstreifen wo die Tiere leben sind kaum Pflanzen, Holz vermutlich auch sehr wenig. Der Fluss selber ist beidseitig von Pflanzen zugewachsen. Mittig ist ein breiter, sehr schnell fließender freier, bachartiger Streifen mit reinen Gesteinfeldern, wenig Sand der sichtbar ist. Nur zwischen den Steinen. Das nach zustellen wäre recht schwierig, niedrig bleibende Cryptos wären eine Möglichkeit, dann wäre mittig aber wenig Platz für die Steinbauten.
    So habe ich den Kompromiss mit einem fast deutschen Flusslauf gewählt, der Sandstreifen an der Scheibe soll einen Blick auf die Tiere ermöglichen, sonst würde man die Steinbeißer zumindestens fast gar nicht sehen.
    Aber wie du schon sagst, es wird sich noch ein wenig zurecht wachsen und formen. Auch wenn die Steine nach der Festigung der Wurzeln wieder etwas anders angeordnet werden, dann wird eine andere Strömung sich ihren Weg bahnen.


    Gruß


    Erich

  • Moinsen Erich,


    :2daumen: TOPP! Das ist für mich echt mal eine interessante Doku gewesen weil ich bisher über Bachlauf-Becken wenig bis garnix gelesen habe. Muss doch echt ein tollte Feeling sein wenn man sich den Traum den man schon Jahre hatte erfüllt, oder? So ähnlich gehts mir mit meinem HAQ.


    Ich bin echt mal gespannt wie es sich bei dir weiter entwickelt. Kinderkrankheiten kannst du ja nach und nach abstellen. Hoffe du stellst dann öfters mal Updates rein. Kleiner Seitenhieb: war sicherlich auf ganz schön aufwendig der Bau, oder? Ich finde immer: das Ergebniss zählt.

  • Du haben Klasse gemacht!!
    Ich kann dazu nur eines sagen.....Echt Super
    Das ist ein richtiger Hingucker
    gruss Mirko

    Dass mir mein Hund das Liebste sei, sagst du oh Mensch sei Sünde, mein Hund
    ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde!

  • Es ist mal wieder an der Zeit, ein Update des Beckens ein zustellen.
    Zum einen sind die Pflanzen recht gut angewachsen, zum anderen ist der Besatz jetzt komplett, fast so wie ich gerne hätte.
    Die Steinbeißer sind eingezogen, sie zeigen ein völlig anderes Verhalten. Sie schwimmen sehr oft gegen die Strömung, schaffen es sogar bis direkt vor die Pumpe. Oft sind sie auch in der Gruppe unterwegs, sie ruhen sich dann am Ende im Totholzbereich dann aus, dort ist auch die Futterstelle. Diese Tiere muss ich noch aufstocken, ist aber nicht so einfach, welche zu bekommen.


    Mit eingezogen sind die Fächergarnelen. 1 habe ich zu kaufen müssen da sich eine aus dem Becken verpieselt hat und ich sie dann tot auffand. Die freuen sich auch richtig zu der Strömung, da fächern sie nach Herzenslust. Ein paar Rote Garnelen haben sich auch mit den Pflanzen eingeschlichen, sich sogar schon vermehrt.


    Gestern habe ich, dank dem Futterhaus und des rührigen Personal hier in Bad Oldesloe, meine weiteren Tiere bekommen. Da ich weiß dass ihr hier mit lest, ein besonderer Dank an das Team.


    2 Prachtflossensauger (Sewellia sp. Albisuera) habe ich bekommen, sehr hübsche Tiere wie ich finde. Die favorisierten, Homaloptera wassinkii sind nicht zu bekommen. Da werde ich noch weiter suchen, dann tausche ich die aus. Es werden aber nur 2 bleiben, sie sollen recht territorial sein, so werde ich nichts riskieren.


    Des weiteren sind 3 Beifänge der Flossensauger mit eingezogen. Das sind sehr wahrscheinlich Rhinogobius rubromaculatus, (ein deutscher Name ist nicht bekannt), wenn die Grundeln noch etwas besser ausgefärbt sind, dann sieht man es noch besser. Leider sind es nur 3 Männchen, jedenfalls aufgrund der Rückenflossenfärbung soll es so sein. Hier werde ich mich um 2 Weibchen bemühen, wer welche über hat melde sich bei mir.
    Wenn die dann eingezogen sind, dann ist der Besatz komplett.


    Jetzt, wo alle Tiere sich eingewöhnt haben und langsam die richtige Farbe bekommen, da macht es richtig Spaß beim beobachten. Die Steinbeißer haben mit keinem der Tiere Probleme, diese Gemeinschaft ist auch in deren Heimatgewässer so vorhanden, darauf habe ich bei der Planung besonders Wert gelegt.


    Ansonsten vermehren sich die Schnecken, TD und Posthorn dort recht gut, eine weitere, recht kleine Schneckenart besiedelt die Steine zu hauf. Ich vermute dass sie auf den Steinen schon vorher gelebt haben. Die Steine habe ich mir alle von einer Überflutung unseres Parks hier geholt. Dorrt war so viel aus- und angeschwemmt worden. Mal abwarten.


    Am schnellsten haben sich die Grundeln eingelebt. Sie sind ja, was den Beutefang betrifft, unheimlich schnell, das hätte ich ihnen so gar nicht zu getraut. Blitzschnell schießen sie auf ihre Beute zu, in meinem Fall die schönen Garnelen. Na ja, so richtig rein passen sie da ja auch nicht, von daher ist es nicht so wild.


    Das gewellte Muster an der Scheibe kommt von den Steinbeißern, die buddeln richtige Krater bei der Suche nach Futter. So, das waren die Neuigkeiten, es macht unheimlich Freude das Becken, ich werde rein pflegerisch an den Pflanzen nichts vornehmen, das soll alles richtig natürlich und wild einwuchern.


    Im Anhang einige Bilder der Bewohner und des Becken.


    Gruß


    Erich

  • Hallo Erich!


    Das ist ein sehr schönes Becken geworden!


    Bei der Bestimmung der Grundeln würde ich wie Birthe auch eher zu Rhinogobius rubromaculatus tendieren und die kleinen Schnecken sind junge Posthornschnecken. Da war sicher Laich an irgendeiner Pflanze.

  • Hallo ihr zwei,
    schön dass es auch gefällt.
    Und danke für die berichtigte Bestimmung der Grundeln.
    Mir waren sie noch zu blass zur eindeutigen Bestimmung. Da werde ich das in der Doku mal gleich berichtigen.
    @Jule: Die Schnecken auf dem Bild, die sind mir klar, da wollte ich nur die kleinsten Bewohner, junge Garnelen und PH darstellen. Von den anderen versuche ich mal ein Bild zu machen. Die sind ganz dünn, ca. 2mm Durchmesser und Kreisrund, wie aufgerollt.


    Gruß


    Erich